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Eisentherapie auf dem Prüfstand – „Heisses Eisen“ für die Schweizer Regierung

Seit Juli 2015 steht die Eisentherapie auf dem Prüfstand der Schweizer Regierung. Der Tagesanzeiger berichtete im Dezember 2015 darüber etwas ironisch: „Nein, Eisenmangel ist nicht ansteckend, doch er grassiert. Nun überprüft der Bund umstrittene medizinische Leistungen“.

Das Thema Therapie beim Eisenmangelsyndrom wurde vom Bundesamt für Gesundheit BAG offensichtlich aus zwei Gründen aufgegriffen. Einerseits war es Gegenstand wiederholter Anfragen bezüglich der Leistungspflicht zu Lasten der obligatorischen Krankenversicherung (OKP) im Zusammenhang mit Eiseninfusionen bei Frauen mit Erschöpfungszuständen. Es erfolgten deswegen auf kantonaler Ebene bereits Gerichtsverfahren. Andererseits gab es parlamentarische Vorstösse bezüglich standardisierter Bestimmung von Laborwerten und deren Referenzbereiche, insbesondere in Bezug auf den Serum-Ferritinspiegel, der bei der Diagnosestellung des Eisenmangels in der Praxis ausschlaggebend ist.

Das Eisenmangelsyndrom (Iron Deficiency Syndrome, IDS) wurde 1957 erstmals an der Universitätsklinik Innsbruck beschrieben. 1971 wurde es an der Charité Universitätsmedizin Berlin nicht nur bestätigt, es erschien damals von dem dort wirkenden Professor G. Brüschke sogar ein Lehrbuch über dieses Syndrom. An beiden Universitätskliniken wurden im Hinblick auf dessen Behandlung die Vorteile von Infusionen bestätigt. Berlin verabreichte schon damals die von der Swiss Iron Health Organisation SIHO auch heute noch bevorzugte Eisensaccharose.

Nach der Basler Wiederentdeckung des besagten Mangelsyndroms 1998 wurde in der Schweiz ein Konzept für Diagnostik, Therapie und Prävention (Swiss Iron System SIS) als wissenschaftliche Basis für wirksame und sichere Eisensubstitutionen entwickelt (www.eurofer.ch). Das SIS wird im neuen Buch von Dr. med. Beat Schaub „Die Eisentherapie“ in Form eines Leitfadens für Ärzte und Patienten ausführlich vorgestellt.

Neben der SIHO- Praxisstudie Eurofer wurden noch andere Studien durchgeführt wie beispielsweise „Ferrim“ und „Prefer“. Auf Basis der bestehenden Literatur kam das Swiss Medical Board 2014 nach einer Überprüfung von Wirksamkeit und Notwendigkeit zu dem Schluss, dass bei Patienten mit einem Eisenmangelsyndrom Eiseninfusionen sinnvoll sind.

De facto gleichsam als einen „krönenden Abschluss“ steuert nun die Schweizer Regierung zu diesem 1957 entstandenen „Geschichtsbogen“ des Eisenmangelsyndroms IDS nun eine übergeordnete und ultimative Gesamtschau bei. Sie klärt nämlich derzeit u. a. ab, ob sich die bisherige Übernahme der Kosten für diese Substitutionsbehandlung durch die Krankenkassen bewährt hat oder ob es verantwortbar ist, dass die aufgrund von Eisenmangel an chronischer Erschöpfung und anderen Symptomen leidenden Patientinnen – wie das eine der Kassen tatsächlich wünscht – ihre Therapie in Zukunft selbst bezahlen sollen.

Dabei sieht sich Bern notgedrungen mit einer offenbar zentralen Frage konfrontiert, die von manchen Wissenschaftlern leider noch immer nicht positiv beantwortet wird: Brauchen die von den entsprechenden Mangelsymptomen betroffenen Frauen, um gesund zu werden und zu bleiben, gleich viel Eisen wie Männer? SIHO sagt aufgrund langjähriger Erfahrungen und der o.g. Studien eindeutig: Ja, und zwar unbedingt! Aufgrund wissenschaftlicher Daten kann nachgewiesen werden, dass die Organe der Frauen sogar generell dieselben Systemanforderungen haben wie diejenigen der Männer. Erst recht in jenen vielen Fällen, in denen hier die Defizite eine Reihe ernsthafter Beschwerden zur Folge haben. Auch aus naturwissenschaftlicher Sicht wäre es deshalb unverantwortlich, einfach das Gegenteil behaupten zu wollen.

Die zweite wichtige Frage in diesem Zusammenhang lautet: Sind die Frauen etwa selbst „schuld“ an ihrem – durch einen niedrigen Ferritinspiegel ausgewiesenen – Eisenmangel? Dies lässt sich eben nicht angemessen und „gerecht“ beantworten, wenn man die Augen vor der Tatsache verschließt, dass dieses Defizit für eine große Anzahl von Frauen im fruchtbaren Alter vor allem auf ihre monatliche Menstruationsblutung zurückzuführen ist, mit der ihr Körper letzten Endes die für die gesellschaftliche Reproduktion notwendige Gebärfähigkeit bis zum Klimakterium aufrechterhält. Diesen monatlichen „Blutzoll“ – bei einem Großteil der Betroffenen zugleich ein gesundheitlich mehr oder minder bedenklicher „Befindlichkeitszoll“ – nun allein von jenen Frauen selbst bezahlen zu lassen, ohne dass ihnen die Gesellschaft (auf Versicherungsbasis) diese monatliche Eisenverluste zurückerstattet, also im wahrsten Sinne des Wortes zurückgibt,wäre in der Tat ein ethisches Unding mit schlimmen Folgen für die Betroffenen und für die Gesellschaft.

SIHO kann dies vermeiden durch notwenige, individuell dosierte und kontrolliert durchgeführte Eisenbehandlungen (Swiss Iron System, SIS). Die Resultate bezüglich Wirksamkeit und Sicherheit werden unter www.eurofer.ch präsentiert. SIHO und ihre Ärzte orientieren sich an der Eisenresolution. Der EisenMonitor informiert regelmässig über das Problem des Eisenmangels und dessen Vermeidung.

2 Kommentare

  1. Andreas 18. November 2016

    also ich kann ähnliches aus Österreich berichten. Danke fürs „insight“ denn unsere Krankenkassen handeln ähnlich! LG Andreas

  2. Gerda D. 29. Dezember 2016

    warum man immer solche Metaphen als Titel verwendet :-)

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