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Schweizer Regierung überprüft die Wirksamkeit der Eisentherapie

1957 wurde das Eisenmangelsyndrom an der Universitätsklinik Innsbruck erstmals beschrieben. Damals wurden auch die Vorzüge der intravenösen Eisentherapie hervorgehoben. 1971 wurde das Eisenmangelsyndrom an der Charité Universitätsmedizin Berlin bestätigt. Auch damals wurde auf die überlegene Wirksamkeit von Eiseninfusionen hingewiesen. Dennoch wurden das Eisenmangelsyndrom und die Vorzüge von Eiseninfusionen von der Schulmedizin übersehen oder vielleicht sogar tabuisiert. 1998 wurden das Eisenmangelsyndrom und die Vorzüge der intravenösen Eisentherapie in Basel (Schweiz) wiederentdeckt. Nach einer siebenjährigen Entwicklung eines neuartigen Konzepts für Diagnostik, Therapie und Prävention (Swiss Iron System SIS) wurden 2005 in der Schweiz das Netzwerk der Ärztlichen Eisenzentren und 2007 die Swiss Iron Health Organisation SIHO gegründet.

Seit 1998 bezahlen die Schweizer Krankenkassen die notwendige Eisentherapie. Von Eisenmangel betroffen sind vor allem Frauen im Menstruationsalter und Kinder. Zwanzig Jahre nach der Schweizer Wiederentdeckung des Eisenmangelsyndroms wird das Schweizer Bundesamt für Gesundheit BAG darüber entscheiden, ob die Eisentherapie weiterhin kassenpflichtig bleibt oder ob die Eisenmangelpatienten künftig ihre notwendige Behandlung selbst bezahlen müssen. Deshalb wurde 2017 in der Schweiz die Eisenliga gegründet, die sich für die Kassenpflicht der Eisentherapie einsetzt.

Die Überprüfung der Wirksamkeit und Notwendigkeit der Eisentherapie durch die Schweizer Regierung ist insbesondere für die Frauen bedeutungsvoll. Schliesslich überprüft Bern indirekt die Bedeutung der Menstruation als Ursache für Eisenmangel. Die Menstruation ist die wichtigste und häufigste Ursache für Eisenmangel. Der Prozess der Überprüfung begann 2015 und wird Ende 2018 abgeschlossen sein. Zu diesem Prozess der Meinungsfindung stehen folgende Dokumente zur Verfügung:

2015: Anfrage des BAG / Scoping des BAG / Stellungnahme von SIHO

2017: Brief des BAG / Eisen-Scoping Universität Basel / Studienberichte / Bericht über die Stakeholder-Konsultation / Antwort von SIHO

Die Swiss Iron Health Organisation SIHO sieht dem anstehenden Entscheid des BAG mit Optimismus entgegen. Eine Aufhebung der Kassenpflicht käme einer Diskriminierung der Frauen gleich, was in einer Demokratie nicht vorstellbar wäre. Das Schweizer Eisenprojekt Mona Lisa klärt auf. In der Schweiz ist eine Frauenbewegung entstanden. Immer mehr Schweizerinnen lassen sich den von der Natur durch die Menstruation aufgezwungenen Eisenmangel nicht mehr gefallen. Sie wehren sich dagegen mit Eiseninfusionen.

2018: Mitteilung des BAG: Anstatt das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Eisentherapie zu beurteilen, wie seit 2015 versprochen, hat sich das BAG entschieden, darauf zu verzichten. Es sollen nur die Kosten von Eisentabletten und Eiseninfusionen miteinander vergleichen werden, ohne deren Wirksamkeit zu berücksichtigen.

4 Kommentare

  1. Esther Krause 4. Juni 2018

    Vor einigen Jahren überwies mich mein Frauenarzt zu Psychiater. Ich hatte neben den heute bekannten Symptomen auch heftige Depressionen. Der Psychiater hat nach unserem Aufnahmegespräch gemeint, dass ich keinen Psychiater brauche und hat mich zum grossen Blutbild zurück geschickt. Als einzige unregelmässigkeit war ein Ferritinmangel ersichtlich.
    Bereits nach der 2. Infusion war ich wieder Leistungsfähig und Lebensfroh , also keine Depriphasen mehr. Eiseninfusionen sind wirksam und haben mir wohl das Leben gerettet.

  2. Dani Ela 2. Juni 2018

    Für mich ist der Zusammenhang zwischen Menstruation und Eisenmangel mehr als erwiesen. Seit ich nach abgeschlossener Familienplanung die Gebärmutter habe veröden lassen (NovaSure Methode) und kein Menstruationsblut mehr kommt, brauche ich nur noch alle 4 Jahre eine Infusion! Vorher brauchte ich jährlich Infusionen…

  3. Elisabeth Gotzmann 31. Mai 2018

    Leider wird generell vergessen, dass zum Einbau des Eisens in den Körper Proteine und Vitamine als Cofaktoren nötig sind. In den meisten Fällen ist es kein wirklicher Eisenmangel, sondern vor allem ein Vitamin- und Eiweissmangel. Dann kann man das Eisen natürlich immer wieder fein infundieren, ohne dass Wesentliches passiert.

  4. Bernasconi Sylvia 29. Mai 2018

    Ich bin zwar nicht mehr im menstruationsfähigen Alter, brauche aber trotzdem seit einem Jahr alle sechs Monate eine bis drei Eiseninfusionen. Der Grund für den Blutverlust sehen die Spezialisten in einer Hiatushernie. Hierbei sehe ich nicht ein, warum ich die Kosten für diese Therapie selbst berappen sollte.

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